„Die Baugenehmigung für den Pfaffensteigtunnel ist kein Grund zu feiern, sondern ein Anlass das Projekt als das zu bezeichnen was es ist: ein unnötiger Wurmfortsatz von Stuttgart 21“, betont Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch (SÖS)
„Mit dem geplanten Bau des Pfaffensteigtunnels wird der Milliardenmurks Stuttgart 21 um ein weiteres überflüssiges Tunnelprojekt erweitert. Der Anschluss der Gäubahn besteht heute schon, man muss ihn nur instand halten“, betont Fraktionssprecherin Johanna Tiarks (Die Linke)
„Bei den Kosten wird das Prinzip Stuttgart 21 fortgesetzt: Es wird ein symbolischer Betrag in den Bundeshaushalt eingestellt, 1,69 Milliarden. Jeder, der sich auskennt weiß: dieser Tunnel wird nicht unter 5,5 Milliarden Euro zu bauen sein. Wir werden es erleben: Kostenexplosionen und Zeitverzögerungen werden sich abwechseln und am Ende wird kein einziges Kapazitätsproblem des Tiefbahnhofs 21 gelöst – und der Gäubahn nutzt dieser Tunnel ebenfalls rein gar nichts“, so Rockenbauch weiter. Rockenbauch verweist auf die renommierte Beratungsfirma Vieregg-Rössler GmbH, die jüngst vorgerechnet hat, dass ein Kilometer Bahntunnel mit den erwartbaren Baupreissteigerungen bis zum Jahr 2035 rund 500 Millionen Euro kostet. Die 11 Kilometer Pfaffensteigtunnel würden im günstigsten Fall dann 5,5 Milliarden Euro kosten. „Wenn die Bahn AG jetzt ehrlicher sein will, dann sollte sie die Kosten für den Pfaffensteigtunnel klar benennen und zu dem Gesamtkosten von Stuttgart 21 dazurechnen und nicht so tun, als ob das eine mit dem anderen nichts zu tun hätte“, fordert Rockenbauch.
„Das im Tunnel versenkte Geld fehlt beim zweigleisigen Ausbau der Gäubahn und bei der Sanierung der Bahninfrastruktur bundesweit. Nahezu jede Verspätung bei der Bahn ist auf diesen gigantischen Sanierungsstau zurückzuführen. Mit dem geplanten Bau des Pfaffensteigtunnels werden Gelder an der falschen Stelle gebunden – auf Kosten der Bahnkund*innen“, sagt Johanna Tiarks.




