Nach jüngsten Medienberichten wird das Milliardenprojekt Stuttgart 21 um mindestens weitere zwei bis drei Milliarden Euro teurer. Damit würden sich die Kosten des Projekts auf 14 Milliarden Euro verteuern – die Ergänzungen wie Pfaffensteigtunnel nicht mit einberechnet.
„Das ist eine katastrophale Entwicklung, aus der die Bahn AG jetzt Konsequenzen ziehen muss“, betont Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch (SÖS).
„Wir fordern die Bahn AG auf, das geplante digitale Zugkontrollsystem ETCS in Stuttgart nicht zu verbauen und damit massiv Kosten zu sparen“, sagt Hannes Rockenbauch und verweist darauf, dass die Bahn AG bundesweit zunehmend auf den Einbau von ETCS verzichtet – zuletzt auf der vielbefahrenen, 280 Kilometer langen Strecke von Hamburg nach Berlin.
„Die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens mit dem europäischen Zugkontrollsystem (ETCS) ist gescheitert und muss eingestellt werden. Wenn sich dadurch die Kapazitäten im S21-Tunnelbahnhof reduzieren sollten, können diese vom bestehenden Kopfbahnhof mehr als nur ausgeglichen werden“, ergänzt Fraktionssprecherin Johanna Tiarks (Die Linke).
„Angesichts des kolossalen Scheiterns der Bahnverantwortlichen beim Einbau von ETCS (hunderte Kilometer falsche Kabel, zu kleine Kabelschächte) fällt es schwer zu glauben, dass die Bahn es hinbekommt, ein komplexes, bislang nicht praxiserprobtes System in einem hochkomplexen Bahnknoten wie in Stuttgart einzubauen. Die Bahn muss sich jetzt darauf konzentrieren, das zu machen, was sie kann und kennt: Funktionierende, zuverlässige Signaltechnik in Stuttgart verbauen“, erläutert Johanna Tiarks.
„Mit einem modernisierten Kopfbahnhof als Herzstück des zukünftigen Bahnknotens bleibt der unterbrechungsfreie Anschluss der Gäubahn möglich und der 11 km lange Pfaffensteigtunnel wird überflüssig. Auch hier können Kosten in Milliardenhöhe eingespart werden, zumal die Züge der Gäubahn dann wie bisher über die Panoramabahn in den Kopfbahnhof einfahren können“, sagt Hannes Rockenbauch.
„Mit den von uns vorgeschlagenen Maßnahmen ließe sich viel Geld einsparen und der Betrieb eines zukunftsfähigen Stuttgarter Hauptbahnhofs wäre gesichert“, so Tiarks weiter.



