Videoüberwachung wird häufig als Lösung für Sicherheitsprobleme präsentiert. Eindeutige Belege dafür, dass Kameras Kriminalität deutlich reduzieren, gibt es nicht. Oft werden Straftaten lediglich verlagert statt verhindert.
Kameras können bei Ermittlungen helfen und Beweise liefern, viele Gefahren verhindern sie jedoch nicht. Deshalb muss zwischen tatsächlicher Sicherheit und dem Eindruck unterschieden werden, durch Überwachung werde automatisch mehr Sicherheit geschaffen.
Videoüberwachung bekämpft nicht die Ursachen von Kriminalität. Wirksamer sind Maßnahmen wie soziale Prävention, mobile Jugendarbeit, bessere Beleuchtung und eine Stadtgestaltung, die Angsträume vermeidet. Sicherheit entsteht durch starke soziale Strukturen, nicht durch flächendeckende Überwachung.
Hinzu kommt der Eingriff in die Privatsphäre. Videoüberwachung erfasst nicht nur Verdächtige, sondern alle Menschen im öffentlichen Raum. Die zentrale Frage ist: Ist ein dauerhafter Eingriff in die Freiheitsrechte aller Bürger*Innen verhältnismäßig?
Kritisch sehen wir zudem die Ausweitung von Kontroll- und Datensammlungsmaßnahmen.
Überwachung beeinflusst das Verhalten von Menschen. Wer sich beobachtet fühlt, meidet möglicherweise bestimmte Orte oder verzichtet auf politische Beteiligung. Davon können auch Meinungs- und Versammlungsfreiheit betroffen sein.
Unsere Haltung ist klar: Sicherheit darf nicht mit permanenter Überwachung verwechselt werden. Wirkliche Sicherheit entsteht durch Prävention, soziale Stärke und den Schutz unserer Grundrechte. Deshalb lehnen wir grundsätzlich die polizeiliche Videoüberwachung ab.



