Giftiges Blei im Trinkwasser – davon sind Mieter*innen von 86 Wohnungen in Zuffenhausen betroffen. Die Vermieterin, die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) ist seit Mai 2024 darüber informiert, dass die Bleibelastung oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegt. „Dass die SWSG hier seit über zwei Jahren nicht in der Lage ist, ihre Mieter*innen mit Trinkwasser zu versorgen, ist ein Skandal. Noch schlimmer ist es, dass die SWSG hier auch noch gesetzeswidrig handelt. Nach der Trinkwasserverordnung müssen bis zum 12. Januar 2026 alle Trinkwasserleitungen oder Versatzstücke aus Blei entfernt oder stillgelegt werden. Hier hat die SWSG versagt“, kritisiert Fraktionssprecherin Johanna Tiarks (Die Linke)
„Die SWSG mutet ihren Mieter*innen in Zuffenhausen seit über zwei Jahren eine Situation zu, die einfach nicht akzeptabel ist. Viele ältere Menschen müssen schwere Wasserflaschen über einen langen Zeitraum in ihre Wohnungen tragen. Hier wird die SWSG ihrer sozialen Verantwortung überhaupt nicht gerecht“, sagt Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch (SÖS). „Und eine Mietminderung von gerade einmal zehn Prozent ist in dem Fall des bleihaltigen Trinkwassers einfach lächerlich wenig. Hier liegt ein gravierender Mietmangel vor – hier erwarten wir von der SWSG, dass sie großzügiger ist“, so Rockenbauch weiter. „Die SWSG ist aus unserer Sicht auch in der Pflicht, die betroffenen Mieter*innen angemessen zu entschädigen“, sagt Rockenbauch.
„Wir fordern die SWSG auf, umgehend, ohne weitere Verzögerung dafür zu sorgen, dass das Trinkwasser in den mehr als 80 Wohneinheiten den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Dieser skandalöse Zustand muss umgehend beseitigt werden. Zudem erwarten wir, dass die SWSG allen Mieter*innen anbietet, dass sie kostenfrei mit Trinkwasser versorgt werden und dieses auch in ihre Wohnungen transportiert wird“, so Johanna Tiarks weiter. „Außerdem erwarten wir einen Bericht der SWSG im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats, wie es sein kann, dass die SWSG es innerhalb von zwei Jahren nicht schafft, den Bleigehalt im Trinkwasser in den betroffenen Wohnungen auf ein Maß zu reduzieren, damit es den gesetzlichen Bestimmungen entspricht“, so Tiarks abschließend.




