Nach vorläufigen Zahlen konnte das Immobilienunternehmen Vonovia im letzten Jahr ihren Gewinn um fast 5 Prozent erhöhen. Das Geschäftsjahr 2025 wird mit einem Nettogewinn von um die 2,8 Milliarden Euro abgeschlossen. Davon sollen mehr als eine Milliarde für Dividenden an die Aktionär*innen ausbezahlt werden. Die Mieter*innen bezahlen diese Dividende mit 30 Cent von jedem Euro Kaltmiete.
„Um ihre Profite zu maximieren, erhöht die VONOVIA systematisch rechtswidrig die Mieten, lassen in Stuttgart ca. 800 Sozialmietwohnungen aus der Bindung fallen und bieten sie der Stadt zu unverschämten sowie unverhältnismäßig hohen Preise an, wenn diese sie zurückkaufen oder die Sozialbindung verlängern möchte“, kritisiert Johanna Tiarks (Die Linke, Fraktionssprecherin). „Wohnen ist ein Menschenrecht, das durch die rechtswidrigen Praktiken und getrieben von reiner Profitgier von Unternehmen wie Vonovia beschnitten wird“, so Tiarks weiter.
Es kam bereits zu Klagen von Mieter*innen gegen Vonovia, weil sie über die von den Mietspiegeln vorgeschrieben Grenzen hinausgehen und nicht erlaubte Zuschläge für „Freisitze“ (Balkone), Nebenräume, Rollläden etc. geltend machen wollten. Gerichte haben in einzelnen Fällen bereits, wie auch in einem Fall in Stuttgart, die Mieterhöhungen von Vonovia als rechtswidrig erklärt und mussten daraufhin zurückgenommen werden. „Es handelt sich hier um strukturell ausbeuterische Praktiken – Vonovia versucht mit Mieterhöhungen die Rendite für Aktionär*innen auf Kosten der Stadtgesellschaften zu erhöhen. Besonders einkommensschwache Haushalte trifft das besonders. So eine Unternehmenskultur ist nicht akzeptabel!“, ergänzt Hannes Rockenbauch (SÖS).
Am 20.05.2026 findet vor dem Hochhaus der Friedhofsstraße 11 im Nordbahnhofviertel eine Protestaktion der Mieterinitiative der Vonovia Mieter*innen statt. Sie protestieren gegen die ständigen Mieterhöhungen sowie überteuerten Betriebs- und Heizungskosten. Sie fordern keine Profite mit der Miete, die Absenkung der Mieten und die Enteignung von Vonovia. „Die Stadtverwaltung muss ihren Einfluss nutzen, damit ungerechtfertigte Mieterhöhungen wieder zurückgenommen werden“, fordert Tiarks. Rockenbauch ergänzt: „Die Profite von Vonovia zeigen, dass große Wohnungsbauunternehmen vergesellschaftet werden müssen, weil Wohnen ein Menschenrecht ist.“



