Entscheidung über Interimsoper verschieben – Varianten prüfen! Änderungsantrag zu „Neubau Interimsstandort WST/Maker City – Änderung Vorprojektbeschluss“ (0666/2026 BV)

Wir beantragen,

  1. Die Entscheidung über die Drucksache „Neubau Interimsstandort WST/Maker City – Änderung Vorprojektbeschluss“ (0666/2026 BV) wird auf das erste Quartal 2027 verschoben.
  2. Die Projektgesellschaft ProWST GmbH untersucht bis zum ersten Quartal 2027 folgende Variante: Die geplante Interimsspielstätte an den Wagenhallen wird mit dem ursprünglich vorgesehenen Raumprogramm als dauerhafte Oper geplant und die Kosten werden transparent dargestellt.
  3. Die Projektgesellschaft ProWST GmbH untersucht bis zum ersten Quartal 2027 folgende Variante für den Littmann-Bau: Eine abgespeckte Sanierung ohne Kreuzbühne für einen Betrieb, der nur für Ballett, Schauspiel, Konzerte und Veranstaltungen vorgesehen ist. Es wird ausschließlich im Bestand gebaut, Vergrößerungen werden nicht realisiert. Hierzu wollen wir eine transparente Kostenüberischt.
  4. Im ersten Quartal 2027 legt die Verwaltungsspitze eine Gegenüberstellung der Investitionskosten der von uns beantragen Variante und der bisher von ProWST GmbH geplanten Variante zur Entscheidung vor.

Begründung:

Die zweifellos notwendige Sanierung der Stuttgarter Oper wird seit rund 30 Jahren diskutiert. Mit zahllosen Anträgen zu möglichen Alternativen haben wir uns in dieser Diskussion rege beteiligt und stets Alternativen zur ursprünglichen Planung eingefordert. Im Laufe der Jahre sind die Kosten für die Sanierung der Oper in einem Maße explodiert, dass dies nicht mehr in die Stadtgesellschaft zu vermitteln ist – angesichts angespannter öffentlicher Haushalte, explodierender Baukosten und dringend notwendiger Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung wird es noch schwieriger, ein Milliardenprojekt wie die Oper zu rechtfertigen.

Die bisherigen Planungen sind in weiten Teilen immer von Maximalvarianten ausgegangen: Das Dreispartenhaus soll in seiner bisherigen Form erhalten bleiben. Ursprünglich wurde die Oper für 700 Arbeitsplätze gebaut – heute arbeiten dort mehr als doppelt so viele Beschäftigte. Das führt zwangsläufig dazu, dass am Littmann-Bau deutlich mehr Platz für das Kulissengebäude gebraucht wird – was ein großer Kostentreiber für das Gesamtprojekt ist und städtebaulich nicht verträglich ist. Im Falle einer behutsamen Sanierung des Littmann-Baus bestünde die Möglichkeit einer städtebaulichen Aufwertung der B14, wofür wir uns seit Jahren einsetzen. Das große Kulissengebäude am Eckensee könnte im Rahmen des Wettbewerbs ebenfalls verkleinert werden.

Wir setzen uns dafür ein, dass die bisher geplante Interimsoper an den Wagenhallen als dauerhafte Spielstätte für die Oper gebaut und genutzt werden soll. Aus diesem Grund lehnen wir auch die Sparvorschläge zur Interimsoper ab. Das erhöht zwar die Investitionskosten zunächst, im Bestand des Littmann-Baus lassen sich dafür Kosten in einem möglicherweise hohen dreistelligen Millionenbetrag einsparen. Die Oper am Eckensee soll schlank saniert werden und in erster Linie als Spielstätte für das Stuttgarter Ballett dienen – hier werden weitere kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Schauspiel, Theater möglich sein, sowie Veranstaltungen. Die Alte Oper in Frankfurt kann hier als Vorbild dienen für den Littmann-Bau.

Es ist jetzt an der Zeit, dass Alternativen geplant und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden. Ohne eine seriöse Kostenprognose für das bisher geplante und die von uns favorisierte Variante wird das Projekt Opernsanierung ein Fass ohne Boden und droht zu einer – in Anlehnung an das Projekt Stuttgart 21 – Oper 21 zu werden. Das gilt es dringend zu verhindern. Ansonsten läuft Stuttgart in Gefahr, dass die Opernsanierung – wie zuletzt in Düsseldorf geschehen – komplett scheitert.

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