Ein wichtiger Schritt für die Erinnerungskultur in Stuttgart!
Dr. Fritz Bauer, geboren in Stuttgart, war einer der bedeutendsten Juristen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als jüdischer Sozialdemokrat wurde er vom NS-Regime verfolgt. Nach 1945 setzte er sich trotz massiver Widerstände dafür ein, die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuarbeiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Ohne seinen Mut wären die Auschwitz-Prozesse in dieser Form kaum denkbar gewesen.
Doch Bauer kämpfte nicht nur für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Er setzte sich früh für eine menschenwürdige Strafrechtspolitik ein und gehörte zu den ersten, die die Verfolgung homosexueller Männer nach § 175 kritisierten – lange bevor dies gesellschaftlich akzeptiert war.
Umso mehr freut es uns, dass wir mit einer Mehrheit im Gemeinderat für einen Fritz-Bauer-Platz gestimmt haben und dieser im Stuttgarter Gerichtsviertel verwirklicht werden soll. Damit erhält einer der bedeutendsten Söhne unserer Stadt endlich eine Würdigung, die seinem Lebenswerk gerecht wird.
Erinnern heißt Verantwortung übernehmen – für Demokratie, Menschenrechte und den entschiedenen Kampf gegen Faschismus und jede Form der Ausgrenzung.




