Am vergangenen Samstag, 7. März 2026, waren auf dem Stuttgarter Marienplatz zwei Demonstrationen angemeldet: Eine aus der Querdenker-Szene organisierte Versammlung, das Aktionsbündnis „Stuttgart gegen Rechts“ hatte zu einer Gegendemonstration aufgerufen.
„Als Teilnehmerin des Gegenprotests ist es für mich vollkommen unverständlich, warum die Polizei die beiden angemeldeten Demonstrationen nicht von vorneherein anders geplant hatte“, kritisiert Fraktionssprecherin Johanna Tiarks (Die Linke) das Vorgehen der Polizei im Vorfeld der Demonstrationen. „Der dann folgende Polizeieinsatz gegen die Gegendemonstrierenden war einmal mehr vollkommen unverhältnismäßig. Wir haben Polizeigewalt gesehen, Schlagstöcke, Pfefferspray wurden ohne Vorankündigung wahllos gegen Demonstrierende eingesetzt“, sagt Johanna Tiarks.
„Nachdem die Einsatzkräfte der Polizei die Gegendemonstrierenden eingekesselt hat, hat sie es unterlassen, die betroffenen Personen zu versorgen. Außer Getränken wurde den Betroffenen nichts gewährt. Acht Stunden in einem Kessel ohne eine ausreichende Möglichkeit auf Toilette zu gehen, ohne Sonnenschutz, ohne Essen, ohne medizinische Versorgung für Betroffene – das ist ein vollkommen inakzeptables Vorgehen vonseiten der Polizei“, betont Johanna Tiarks. „Die zufällig anwesender Passant*innen haben für Essen, Getränke und Sonnencreme gesorgt. Bei diesen Menschen bedanken wir uns ausdrücklich. Dass die Stuttgarter Versammlungsbehörde für die Demonstrierenden weder erreichbar noch ansprechbar war, ist ebenso inakzeptabel und muss dringend aufgeklärt werden“, so Tiarks weiter.
„Polizei und Versammlungsbehörde sind in der Verantwortung, dass Demonstrationen nicht eskalieren. Dieser Verantwortung sind beide an diesem Samstag in keiner Weise nachgekommen. Im Gegenteil: sie haben die Konfrontation im Falle der Polizei gesucht und im Falle der Versammlungsbehörde billigend in Kauf genommen. So etwas darf sich auf keinen Fall mehr wiederholen. Deshalb fordern wir einen Bericht im zuständigen Ausschuss von Polizei, Versammlungsbehörde und Verwaltungsspitze“, so Johanna Tiarks abschließend.




