„Mit dem nun kolportierten Eröffnungstermin für Stuttgart 21 im Jahr 2030 wird das Versagen so offenkundig wie nie. Das ist eine weitere Bankrotterklärung und zeigt einmal mehr, dass dieser Milliardenmurks einfach nicht funktioniert“, sagt Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch (SÖS). „Die Zumutungen und Unverschämtheiten, welche den Fahrgästen seit Jahren zugemutet wurden, verlängern sich um Jahre. Und das alles, weil die Bahn einfach unfähig ist, dieses Projekt zu bauen. Der kalte Rausschmiss von Olaf Drescher als S21-Projektchef steht hierfür symptomatisch“, betont Fraktionssprecherin Johanna Tiarks (Die Linke).
Wenn unten nicht funktioniert muss oben bleiben
„Jetzt ist klar: der zu klein geplante und gebaute Tunnelbahnhof wird nicht durch die angeblichen Wunder der Digitalisierung gerettet werden. Im Gegenteil: Die Heilsversprechen der Digitalisierung sind jetzt wie ein Kartenhaus zusammengebrochen – Stuttgart 21 ist und bleibt ein Milliardengrab welches kein einziges Versprechen gehalten hat. Doch wenn der Zugverkehr unten nicht funktioniert, muss oben bleiben“, sagt Hannes Rockenbauch. Die Projektbetreiber haben sich bis auf die Knochen blamiert“, so Rockenbauch abschließend.
Wer übernimmt die politische Verantwortung für diese Katastrophe?
„Mit den üblichen Durchhalteparolen des Oberbürgermeisters ist keine Zukunft zu machen. Diese Bankrotterklärung kann nicht folgenlos bleiben. Wer übernimmt jetzt die politische Verantwortung für diesen Totalausfall? Es wird Zeit, dass wir über Rücktritte von den politisch Verantwortlichen reden müssen“, fordert Hannes Rockenbauch.
Die Folgen der Verschiebung auf 2030: Die Fatamorgana Rosenstein abwickeln
„Mit der jahrelangen Verschiebung auf mindestens 2030 ist doch jetzt klar, dass wir uns die Fatamorgana Rosensteinbebauung in die Haare schmieren können. Das Projekt wird niemals gebaut werden – und nicht erst seit die Kassen der Stadt leer sind“, sagt Hannes Rockenbauch. „Eine Folge der Verschiebung für die Stadt muss sein: Wir können die Gelder für die Rosensteinentwicklung für die kommenden Jahre jetzt guten Gewissens dort investieren, wo sie dringend gebraucht werden: Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Bestand, bei der Integration von Geflüchteten. Und da reden wir von Summen im Bereich von 25 Millionen Euro allein für die Jahre 2026 und 2027“, sagt Johanna Tiarks.
„Mit dieser Verschiebung wird deutlich, dass im Haushalt keine 70 000 Euro für eine Eröffnungsfeier von S21 gebraucht werden – das Geld können wir guten Gewissens in Kultur und Soziales geben. Und jetzt ist auch klar, dass der Oberbürgermeister keinen Fassanstich beim erhofften Versöhnungsfest zur Eröffnung von Stuttgart 21 tätigen wird können“, so Hannes Rockenbauch weiter.
„Eine weitere Folge der verschobenen Eröffnung ist eine absehbare Kostenexplosion. Wir reden hier nicht mehr über das Ob, sondern nur noch über die Höhe und den Zeitpunkt der Verkündung. Hier muss die Bahn schnellstmöglich für Transparenz sorgen“, sagt Johanna Tiarks.




