In der vergangenen Woche luden wir ins Stuttgarter Rathaus ein, wo Prof. Dr. Wacker und Jörg Fröscher ein Arbeitspapier zur Neuen Sekundarschule vorstellten. Beide sind Teil einer Arbeitsgruppe aus Bildungswissenschaft und Schulpraxis, die einen fachlichen Vorschlag für die künftige Schulstruktur in Baden-Württemberg vorgelegt hat: Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschule sollen in einem neuen Modell zusammengeführt werden. Ziel ist ein Schulsystem, das gerechter, flexibler, inklusiver, leistungsfähiger und durchlässiger ist, Kinder und Jugendliche besser unterstützt und mehr Chancengerechtigkeit schafft. Der Abend zeigte deutlich, dass Reformbedarf besteht. Mit G9, dem Wegfall des Werkrealschulabschlusses, sozialen Unterschieden, knappen Räumen, zu wenig Personal sowie der Neuverteilung von Lehrkräften und Schüler:innen stehen die Schulen vor echten Herausforderungen. Die Diskussion im Anschluss des Vortrags verlief kontrovers. Befürwortende sehen in diesem Konzept die Chance, durchlässigere Strukturen zu schaffen, personelle und kommunale Ressourcen gezielter nutzen und auf Veränderungen schneller reagieren zu können. Kritisch angemerkt wurde, dass das Gymnasium bisher nicht mitgedacht wurde. Gleichzeitig zeigt sich ein echtes Spannungsfeld: Stadteilschulen sind wichtig, weil sie im Quartier verankert, kleiner und damit inklusiver sind – größere Schulen können dagegen mehr Ressourcen bündeln. Wir bräuchten also für Stuttgart einen Runden Tisch, um das Konzept auf die Bedingungen unserer Stadt zu übertragen sowie entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen.




