Wir beantragen eine Sondersitzung des Gemeinderats in der die Fachverwaltung zu folgenden Themen Stellung nimmt und Vorschläge unterbreitet
- Welche Maßnahmen ergreift die Stadtverwaltung zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung, speziell der vulnerablen Gruppen in Krankenhäusern, Schulen, Kindertageseinrichtungen und Pflegeheimen?
- Wie stellt die Verwaltungsspitze sicher, dass die Krankenhäuser im Stadtgebiet nicht durch die Hitzewelle überlastet werden?
- Welche kurzfristigen Maßnahmen des Hitzeschutzes im Stadtgebiet plant die Verwaltungsspitze umzusetzen?
- Welche Maßnahmen zur Begrünung und Verschattung in urbanen Gebieten setzt die Stadtverwaltung in den nächsten Wochen und Monaten um?
- Wie stellt die Verwaltungsspitze sicher, dass an heißen Tagen alle Trinkbrunnen im Stadtgebiet funktionstüchtig sind?
Begründung:
„Die Anzahl, die Dauer und die Intensität von Hitzewellen werden zunehmen“, so schrieb es der ehemalige Stadtklimatologe Jürgen Baumüller bereits im Jahr 2019 in einem Aufsatz „Grüne Infrastruktur zur Anpassung an den Klimawandel in Städten“. Die Ende Juni zu Ende gegangene Hitzewelle wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) „ohne Umschweife als historisch eingestuft werden“. In Stuttgart waren Rettungsdienste, Kliniken und Feuerwehr am Limit in der letzten Hitzewelle. Die Stadtverwaltung reagierte mit Pressemitteilungen und Empfehlungen wie „Die Bevölkerung ist aufgerufen, die Hitze zu meiden, viel zu trinken und ihre Körper nicht anzustrengen.“ Weiter war zu lesen, dass „(…) Hilfsorganisationen im Gesundheitswesen durch die hohe Zahl von hitzebedingten Betreuungsfällen am Limit arbeiten.“
Das Problem ist: die Zahl und Intensität von Hitzewellen werden in den nächsten Jahren zunehmen. Es braucht noch für diesen Sommer Hitzeschutz Konzepte besonders für vulnerable Gruppen wie Kinder, Kranke und ältere Menschen: In Kindertageseinrichtungen können teilweise Räume ab der Mittagszeit nicht mehr genutzt werden, Schüler*innen sitzen überhitzt in Klassenzimmern und in Krankenhäusern gibt es weder für das Personal noch für die Patient*innen kühle Räume, um der Hitze für einen Moment zu entkommen. Die Verwaltungsspitze war in den letzten Jahren bereits zu untätig, im Voraus ausreichend Hitzeschutzkonzepte zu enzwickeln, obwohl seit langem bekannt ist, dass die Klimakrise auch den Stuttgarter Kessel treffen wird. Beispielswiese wurden im Auftrag der Verwaltungsspitze im letzten Winter während Oktober 2025 bis Februar 2026 rund 450 Bäume in Stuttgart gefällt. Dabei sind Bäume eines der höchsten Güter, wenn es darum geht, Schatten zu spenden und die Temperatur auf der Straße zu senken.
Es gibt keine Zeit mehr für Verzögerungen. Hier besteht akuter Handlungsbedarf für kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen von Seiten der Stadtverwaltung, um einen effektiven Hitzeschutz für alle Stuttgarter*innen und damit das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zu gewährleisten.




