Es gab keinen Plan B

Die fristlose Kündigung des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) als Träger der Schulbegleitung hat in Stuttgart eine massive Versorgungslücke gerissen – mit gravierenden Folgen für Kinder mit Behinderungen und ihre Familien. Diese standen ohne jegliche Vorwarnung plötzlich ohne die notwendige und gesetzlich verankerte Unterstützung da. Das bedeutet: kein Schulbesuch, keine Bildung, Verlust von Tagesstruktur und sozialen Kontakten. Für Eltern wurde die Situation zur akuten Überlastung. Sie mussten kurzfristig selbst einspringen – auf Kosten ihrer Arbeit. Reduzierte Arbeitszeit oder sogar Jobverlust wurden zur realen Gefahr für die finanzielle Stabilität dieser Familien und brachte alles ins Wanken. Zugleich verschob sich der gesamte Familienalltag, was für Geschwister zusätzlich Verzicht und weniger Unterstützung zu Hause bedeutet. Doch die Folgen treffen nicht nur diese Familien. Die Schulen selbst stehen ebenfalls unter Druck, denn es muss unter großem Personalmangel zeitintensiv umorganisiert werden. Damit fehlen Ressourcen für den Unterricht auch für alle anderen Schüler:innen. Inzwischen wurden neue Träger beauftragt. Doch Fragen bleiben – wann ALLE Schüler:innen wieder BEDARFSGERECHT versorgt sind und alles TATSÄCHLICH in gewohnten Bahnen läuft, zur Qualität der neuen Angebote, zur Verantwortung für die entstandenen Ausfälle und ob Verwaltungsrecht ohne Plan B über das Recht auf Bildung und die gesetzliche Schulpflicht gestellt werden darf. Die Verlierer sind wieder Schüler:innen mit Behinderungen. Das ist inakzeptabel!

Wir haben daher Anträge zur Aufarbeitung gestellt.

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